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Europäischer Mindestwärmeschutz nach EN 1264-4

Nach Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung (EnEV) am 01.02.2002 gilt in den europäischen Vertragsstaaten für Warmwasser-Fußboden-­Heizungsanlagen ein Mindestwärmeschutz nach EN 1264, Teil 4.

Diese Norm hat ihre Gültigkeit für Warmwasser Fußbodenheizungen in Wohn-, Büro- und sonstigen Gebäuden, deren Nutzung der von Wohngebäuden entspricht oder ähnlich ist.  

Energieeinsparverordnung EnEV

Die Energieeinsparverordnung EnEV hat ihre Gültigkeit seit dem 01.02.2002.

Für Bauanträge oder erstattete Bauanzeigen ab dem 01.02.2002 muss die EnEV angewendet werden.

Die EnEV gilt ausschließlich für die Bundesrepublik Deutschland. In ihr wird der Mindestwärmeschutz gemäß anerkannten Regeln der Technik gefordert.

Für Warmwasser-Fußbodenheizungen gilt somit:

Wohnungstrenndecken gegen beheizte Räume = Anforderungen nach EN 1264-4

Decken gegen unbeheizte Räume= Anforderung nach EnEV

Decken gegen Erdreich = Anforderung nach EnEV

Decken gegen Außenluft = Anforderung nach EnEV

Ausführungen bei denen ein besserer Wärmeschutz als nach EN 1264-4 oder EnEV gewünscht wird, sind dem Heizungsfachplaner mitzuteilen.

Nachfolgende Verordnungen und DIN-Vorschriften sind ebenfalls genau zu beachten. (Individuelle regionale Zusatzerlasse sind dabei nicht berücksichtigt)

Allgemeine Normen und Verordnungen:

DIN 4102    Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
DIN 4108    Wärmeschutz im Hochbau
DIN 4109    Schallschutz im Hochbau
DIN 18195    Bauwerksabdichtungen
DIN 18202    Maßtoleranzen im Hochbau
DIN 18336    Abdichtung gegen drückendes Wasser
DIN 18337    Abdichtung gegen nicht drückendes Wasser
VOB Verdingungsverordnung für Bauleistung, Teil C
DIN 18352    Fliesen und Plattenarbeiten
DIN 18353    Estricharbeiten
DIN 18356    Parkettarbeiten
DIN 18365    Bodenbelagsarbeiten

Bauteile der Fußbodenkonstruktionen

DIN EN 13813    Estrichmörtel und Estrichmassen    
DIN 18560    Estriche im Bauwesen


Einbauvorbedingungen

Vom Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e. V., Hochstraße 115, D-58095 Hagen wurde die Broschüre „Schnittstellenkoordination bei Flächenheizungs- und Flächenkühlungssystemen in bestehenden Gebäuden“ herausgegeben.

Die darin enthaltenen Checklisten dokumentieren den Bauablauf und das Inneinandergreifen der beteiligten Gewerke. Sie sind eine Zusammenstellung von speziellen Anforderungen für die beschriebenen Systemlösungen und unterstützen Planer, Bauausführende und Überwachende. Sie tragen somit zur Sicherstellung eines optimalen Bauablauf als auch eines hohen Qualitätstandards bei.
   
Die in der Checkliste aufgeführten Arbeitsschritte für das jeweilige System sind entsprechend abzuarbeiten.

Die Broschüre kann unter www.flaechenheizung.de abgerufen werden.
 
Nachfolgend die wichtigsten Einbauvorbedingungen für aquatherm Flächenheiz- und Kühlsysteme in bestehenden Gebäuden.

Vor Beginn der Montagearbeiten sind die Voraussetzungen zur Verlegung auf der Baustelle zu prüfen.

Ausreichende Vorbedingungen für eine einwandfreie Montage sind:

Wände und Decken müssen verputzt bzw. gefliest oder so hergerichtet sein, dass nach Verlegung der Bodenheizung keine Verschmutzung mehr auftreten kann.

Fenster und Außentüren müssen eingesetzt sein (der Estrich ist vor Zugluft zu schützen!)

Bei Räumen, die an Erdreich grenzen, muss eine Feuchtigkeitsabdichtung nach DIN eingebaut sein. Ist keine Abdichtung vorhanden, so ist die Bauleitung entsprechend der Hinweispflicht gem. VOB zu benachrichtigen, damit die Voraussetzungen zum Montagebeginn geklärt werden.
Bei Bauwerksabdichtungen, die aus bituminösen Materialien oder anderen weichmacherabscheidenden Stoffen ausgeführt sind, ist vor dem Einbringen von Polystyrol-Wärme-Trittschalldämmungen eine Zwischenfolie auszulegen. Bei PUR-Hartschaumplatten kann auf die Zwischenfolie verzichtet werden.

Der tragende Untergrund darf keine groben Unebenheiten, punktförmige Erhebungen, unterschiedliche Höhenlagen oder nicht ausreichend feste Flächen aufweisen.
Die Ebenheitstoleranz muss den Anforderungen der DIN 18202 ­„Toleranzen im Hochbau“ (Ebenheitstoleranzen für Flächen von Decken und Wänden) entsprechen.
Die Anforderungen der DIN 18560 sowie DIN EN 1264 sind zu berücksichtigen. Die Rohbetondecke ist bauseits besenrein herzurichten.

Die aquatherm orange system-Heizkreisverteiler sind eingebaut und abgedrückt.

Anschlussleitungen für Einzelraumregelungen sind geplant und verlegt.


Ausnahmen

Gebäudearten, die nicht der EN 1264-4 unterliegen

Die Dämmung von Gebäudearten, die nicht der EN 1264-4 unterliegen (z.B. Industriebauten, Industriehallen, Sporthallen etc.) muss gemäß DIN 4108, Teil 2 Ausgabe Juli 2003 wie folgt durchgeführt werden.

Innentemperatur  12°C - 19°C

Mindestwärme Durchlasswiderstand des Fußbodens  R= 0,90 m2 K/W


Sofern der gewählte Wärmeschutz besser als der Mindestwärmeschutz ausgeführt wird, ist dem Heizungsfachplaner der U-Wert der Decke anzugeben, damit dieser berücksichtigt werden kann.

Befreiung von den Dämmanforderungen der EnEV

Die Befreiung von den Dämmanforderungen ist gemäß EnEV §25 „Befreiungen“ möglich.

Hier heißt es: „Eine unbillige Härte liegt insbesondere vor, wenn die erforderlichen Aufwendungen innerhalb der üblichen Nutzungsdauer, bei Anforderungen an bestehende Gebäude innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen nicht erwirtschaftet werden können.“

Auswirkungen der DIN-Vorschriften

Mit Gültigkeit der EN 1264-4 müssen beim Einbau von Warmwasser-Fußbodenheizungen für Wohn-, Büro- und sonstigen Gebäuden deren Nutzung der von Wohngebäuden entspricht, folgende Neuerungen berücksichtigt werden:

  • Die Fußbodenheizungsrohre sind mit Abständen von mehr als 50 mm von senkrechten Bauteilen und 200 mm von Schornsteinen, offenen Kaminen, offenen oder gemauerten Schächten sowie Aufzugsschächten entfernt zu verlegen.
  • Befestigungsabstände von Rohrhalterungen müssen auf 500 mm begrenzt sein.
  • Verbindungskupplungen von Fußbodenheizungsrohren in der Fußbodenkonstruktion müssen in den Revisonszeichnungen genau positioniert und bezeichnet sein.
  • Die maximale Temperatur in der Nähe der Heizelemente im Estrich wird auf 55 °C begrenzt. Bei Anhydritestrich gelten die vom Hersteller angegebenen Höchsttemperaturen.
  • Vor dem Einbau des Estrichs sind die Heizkreise mit einer Wasserdruckprobe auf Dichtheit zu prüfen. Der Prüfdruck muss das doppelte des Betriebsdrucks - mindestens 6 bar - betragen und muss während des Einbringens des Estrichs  auf die Rohre aufrecht erhalten werden.
  • Jeder beheizte Raum muss mit mindestens einem Heizkreis ausgestattet sein.
  • Das Zusammenlegen von untergeordneten Räumen (z.B. WC und Windfang, Diele etc.) zu einem Heizkreis ist nicht gestattet. Bei der Verlegung der Heizrohre in das Systemelement 25 sowie den Noppenplatten sind die geforderte Mindestabstände der Rohrhalterung von 500 mm immer gewährleistet.


Beim den Rollbahnen 35 - 3 und 30 - 2 müssen pro laufendem Meter Fußbodenheizungsrohr 2,5 Stck. Rohrhalter eingeplant werden.

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