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Herausforderungen der Zukunft im Fokus: Über 270 Teilnehmer informierten sich auf der BIGGEXCHANGE über die Trends in der Bauindustrie

TN5/12.10.18 Ob Architekt, Planer, Ingenieur, Bauunternehmer, Großhändler oder Lieferant - über 270 Menschen waren der Einladung der aquatherm GmbH gefolgt, um drei Tage lang einen Einblick in die neusten Trends der Bauindustrie und des Anlagenbaus zu erhalten. Das Familienunternehmen hatte an seinem Hauptsitz in Attendorn zur „BIGGEXCHANGE“ eingeladen.

Die Mehrheit der Teilnehmer stammt aus Deutschland, rund ein Drittel der Gäste hatte für die Veranstaltung eine weitere Anreise auf sich genommen: Aus den USA, Südkorea, China, Finnland und sogar Neuseeland führte sie der Weg nach Südwestfalen. Für ihre weite Reise wurden die Teilnehmer der BIGGEXCHANGE jedoch belohnt, schließlich durften sich die Gäste auf insgesamt 16 hochkarätige Experten aus Architektur, Industrie und Wissenschaft freuen, die in ihren Vorträgen viele neue Sichtweisen auf ganz unterschiedliche Themengebiete eröffneten. 

Von Nachhaltigkeit bis Digitalisierung

Ein Schwerpunktthema der Veranstaltung war Building Information Modeling (BIM), das von verschiedenen Seiten beleuchtet wurde: Beispielsweise sprach Professor David Chua Kim Huat von der National University of Singapore über BIM im Zusammenhang mit fertigungs- und montagegerechter Produktgestaltung. „Die Zukunft des Bauens liegt im Bereich der Vorfertigung samt integriertem BIM“, erklärte er und untermauerte seine Aussage durch zahlreiche Praxisbeispiele. 

Dr. Nicolai Ritter, Partner am Berliner Standort der internationalen Anwaltssozietät CMS, sprach über BIM und Recht. „Diese Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden mit Hilfe von Software ist weder rechtlich problematisch, noch wirft es neue rechtliche Risiken auf“, erklärte er. „Allerdings ist es erforderlich, die rechtlich anwendbaren Regeln richtig zu erfassen und BIM zutreffend abzubilden.“ In seinem Vortrag gab er unter anderem Tipps zur Vertragsgestaltung, Honoraren und Haftungsfragen.

Wie innovative Werkzeuge die Branche verändern, zeigte Dr. Matthias Jacob von der Implenia Hochbau GmbH. Unter anderem stellte er 3D-gedruckte Betonhäuser, ein digitales Holzbauverfahren mit Hilfe von Robotern und die Bestandserfassung durch Drohnen vor, die immer größere Bedeutung in der Baubranche erfährt.   

Außerdem machte Kommunikationsfachmann Peter Heinrich klar, wie wichtig Corporate Social Responsibility (CSR), also die freiwillige Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen ist. Der geschäftsführende Gesellschafter der Heinrich GmbH – Agentur für Kommunikation in Ingolstadt, erklärte den Teilnehmern der BIGGEXCHANGE, welche Punkte es bei einer erfolgreichen CSR-Kommunikation zu beachten gibt.    

Auf großes Interesse stieß auch die Rede von Zukunftsforscher Matthias Horx, der verschiedene Megatrends, die dazu gehörenden Gegentrends und daraus resultierende Synthesen erläuterte. Insgesamt elf weitere Experten lieferten dem Publikum zahlreiche Denkanstöße, beispielsweise Arab Hoballah, der 25 Jahre für die Vereinten Nationen als Experte für Urbanisierung und Nachhaltigkeit tätig war. „Wir haben die Technologie, um nachhaltig zu wirtschaften, aber wir nutzen sie nicht“, stellte er fest. Er sieht besonders die Entscheider in der Politik in der Verantwortung, an dieser Situation etwas zu ändern. 

Austausch unter den Gästen von großer Bedeutung 

Speziell für Architekten und Planer fand im Rahmen der BIGGEXCHANGE zudem eine Tagung mit drei zusätzlichen Rednern statt. Eike Becker (Eike Becker – Architekten, Berlin), Stefan Holst (Transsolar Energietechnik, Stuttgart) und Jan Musikowski (Richter Musikowski, Berlin) stellten aktuelle und ästhetisch wie technologisch anspruchsvolle Beispiele aus ihrer Praxis vor. Die verschiedenen Vorträge waren ein wichtiger Teil der Veranstaltung. Von ebenso großer Bedeutung war jedoch auch der fachliche Austausch. „Intensive Kommunikation zwischen Menschen führt dazu, dass heutige Visionen morgen schon in die Realität umgesetzt werden können“, erklärte Dirk Rosenberg, zusammen mit seinen Brüdern Maik und Christof Geschäftsführer von aquatherm, in seiner Eröffnungsrede und genau unter diesem Motto fanden sich die Gäste an den zwei Abendveranstaltungen sowie in den Pausen zwischen den Vorträgen immer wieder zu Gesprächen zusammen. 

Dieses Ziel – die Kommunikation untereinander zu stärken - wurde den Gästen bereits durch den Veranstaltungsnamen suggeriert: So verbirgt sich in BIGGEXCHANGE das Wort „Exchange“ als Ausdruck für Austausch und Netzwerken. Doch der Name bedeutet noch mehr: So weist „Change“ auf den permanenten und immer schneller werdenden Wandel hin. „Big“ steht zum einen für große Gebäude, die durch die zunehmende Urbanisierung und im Hinblick auf Nachhaltigkeit eine immer bedeutendere Rolle spielen, zum anderen für die führenden Menschen in der Bauindustrie und im Anlagenbau, an die sich die Veranstaltung richtete. Außerdem gibt es einen lokalen Bezug: Der Fluss, der durch das Veranstaltungsgelände fließt, heißt „Bigge“ und ist zugleich Namensgeber des in der Nähe liegenden Biggesees.

Potentiale der Bauindustrie erfolgreich nutzen

Wie kam es zur Idee, eine Symposium- und Netzwerkveranstaltung für die führenden Köpfe der Bauindustrie auf die Beine zu stellen? Auslöser war eine Studie der international tätigen Unternehmens- und Strategieberatung McKinsey mit dem Titel „Reinventing Construction – Neuerfindung des Baugewerbes“ vor rund einem Jahr. „Das Ergebnis der Studie war, dass die Baubranche verglichen zu anderen Wirtschaftszweigen die größten Potentiale für die Zukunft zu bieten hat“, so Dirk Rosenberg. „Recht schnell kamen meine Brüder und ich zu der Erkenntnis, dass viele wertvolle und führende Köpfe für eine verbindliche Gestaltung und eine zwingende Beschleunigung der Branche notwendig sind. Diese Erkenntnis führte uns zur Grundsteinlegung der ersten BIGGEXCHANGE. Unsere damalige Vision, ein richtungsweisendes internationales Symposium und eine Netzwerkveranstaltung für die Bauindustrie und den Anlagenbau auszurichten, haben wir nun in die Realität umgesetzt.“ Dazu ergänzte Maik Rosenberg: „Wir müssen die Dinge anpacken. Auf der Veranstaltung waren viele Menschen, die genau das auch wollen. Daher nehmen wir sehr viel positive Energie mit und freuen uns auf die Herausforderungen, die die Zukunft uns bietet.“ 

Apropos Zukunft: Nach der erfolgreichen Premiere der Veranstaltung kam unter den Teilnehmern immer wieder die Frage nach einer Wiederholung auf. „Die Begeisterung bei uns und bei den Gästen der ersten BIGGEXCHANGE ist groß. Daher werden wir nun intensiv über eine zweite Veranstaltung nachdenken“, erklärte Christof Rosenberg.






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