aquatherm liefert die passende Lösung für europäisches Pilotprojekt.

Bereits am 15. Juni 2005 begannen die Stadtwerke Arnsberg (NRW/Deutschland) mit der ehrgeizigen Projektplanung einer geothermischen Tiefenbohrung. Die zum Planungszeitpunkt tiefste Bohrung deutschlandweit sollte durch den Einsatz energie-effizienter Komponenten maximalen Energieertrag erzielen und somit Arnsberg als Leuchtturm der kommunalen Energiewirtschaft erscheinen lassen. Ziel der Bohrung war und ist die Gewinnung von 2,1 Mio. KW/h pro Jahr; die den Großteil der Heizlast des kommunalen Freizeitbads „Nass“ abdecken sollen. Das Funktionsprinzip ist relativ einfach: Kaltes Wasser wird in einem geschlossenen System vom Verbraucher (hier das Freizeitbad) in eine große Tiefe gefördert. Auf dem Weg nach unten nimmt das Medium die Umgebungswärme des Gebirges/Gesteins auf. Die Geologen gehen von einer Temperaturerhöhung von ungefähr 3°K aus pro 100m aus. An der Sohle der 2835m tiefen Arnsberger-Bohrung wurden 83°C gemessen. Das erhitzte Wasser soll dann möglichst Wärmeverlustfrei wieder zurück an die Oberfläche gefördert werden. Dort wird dem Wasser die Wärme vom Verbraucher entzogen, um anschließend im erneut erkalteten Zustand wieder in die Tiefe gefördert zu werden. Nach Erstellung und Inbetriebnahme der Bohrung ist diese Form der Energiegewinnung nicht nur kostengünstig und klimafreundlich, sondern deckt im Gegensatz zur Solar- oder Windenergie durch den kontinuierlichen Betrieb auch Grundlasten ab. Die in Arnsberg geplante Tiefen-Geothermiebohrung wurde bereits im März 2008 realisiert. Allerdings scheiterten die Bemühungen einer hochenergieeffizienten Förderung am damalig geplanten Tiefe-Erdwärmessonde (TEWS) aus glasfaser-verstärktem Duroplast (GFK). Die vom Projektplaner vorgesehenen GFK-Doppelwandrohre hielten den Belastungen nicht stand, daher wurde weltweit nach Alternativen und Neuerungen gesucht. Es musste für das als Prestigeprojekt anzusehende Vorhaben ein TEWS entwickelt werden, das nachweislich den beim Einbau in eine 2835m tiefe Bohrung auftretenden statischen Belastungen standhalten kann und das anschließend im Betrieb ein optimales Thermoverhalten aufweist.
In einem vergleichbaren Projekt, der Tiefenbohrung „Super C“ der RWTH-Aachen (technische Universität mit sehr hoher internationaler Reputation), wurden vor einigen Jahren Pilotversuche mit einem Polypropylen-Rohr durchgeführt. Damals scheiterten die Versuche an den beim Einbau auftretenden extremen hohen Zug- und Druckkräften, die vom verwendeten PP nicht aufgefangen werden konnten. Die Tiefenbohrung befindet sich trotz der hohen wissenschaftlichen Kompetenz bis heute nicht im geplanten Betriebszustand. Wir sind durch die Medien auf das Arnsberger Problem aufmerksam geworden und haben direkt mit der Kommune und dem Bohrunternehmen Daldrup & Söhne (Westfalen) Kontakt aufgenommen, immer überzeugt davon, mit unserer Erfahrung und handwerklichem Denken eine Lösung zu finden. Nachdem das Entwicklungsergebnis – eine absolute Welt-Neuheit – im Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TH Clausthal verschiedenste Prüfungen positiv durchlaufen hat, wurde das Komposit-Rohr der Stadtverwaltung Arnsberg vorgestellt. Das Komposit-Rohr besteht aus einem Stahlrohr (Außenrohr) und einem aquatherm-PP-Inliner. Hiermit ist nun gewährleistet, dass sowohl mechanische als auch energetische Anforderungen erfüllt werden. Beispielhaft wurde in einem Autoklaven (Druck-Temperaturkammer) das Verhalten des PP-Rohrs bei einer Temperatur von 95°C und einem Druck von 320bar geprüft. Dies sind die Real-Bedingungen am Fuße der Tiefenbohrung. Das Projektteam geht davon aus, dass die Einbauarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen und die Tiefe-Erdwärmesonde danach Wärmeenergie für das nahgelegene Freizeitbad „Nass“ liefert. Das Projekt ist für die Tiefen-Geothermie wegweisend. Von den Erkenntnissen, die in Arnsberg gewonnen werden, profitieren zahlreiche andere Projekte. Und das nicht nur in Deutschland sondern weltweit.